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Stiftung Warentest - Coachen im beruflichen Kontext

Coachen im beruflichen Kontext

Was eine gute Einstiegsqualifizierung bieten sollte

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Ihre Ausbildung zum systemischen Management Coach – was sie leisten kann und sollte

1. Eine gute Coaching-Ausbildung darf nicht nur Methoden und Werkzeuge vermitteln

Bei einer Coaching-Ausbildung, die nur Methoden und Tools vermittelt, ist Skepsis angebracht. Die Person des Coaches ist das wichtigste Werkzeug! Ziel unserer Ausbildung zum systemischen Coach ist es, bei den Teilnehmenden eine beraterische Identität zu entwickeln. Dafür braucht es eine längere Zeit des Sich-Einlassens – auf einen persönlichen Entwicklungsprozess, bei dem beispielsweise die eigenen inneren Konflikte, ungünstige Formen der Selbstwertregulation und die Entwicklung subtiler und differenzierter Wahrnehmungskanäle bearbeitet werden.

Durch die Beschreibungen und Erklärungen der Systemtheorie, des Konstruktivismus und die alltägliche Erfahrung wissen wir, dass Menschen sich nicht linear-kausal durch irgendwelche Tools oder Methoden beeinflussen lassen. Sie bleiben Subjekte, obgleich immer wieder versucht wird, Objekte aus ihnen zu machen, an oder in denen man etwas reparieren oder umbauen kann. Menschen entscheiden am Ende selbst, was aus den Impulsen wird, die man ihnen „verabreicht“ hat.

Aber das, was im Coaching entsteht, entwickelt sich nur durch den gemeinsamen Dialog zwischen Coachee und Coach. Coaching ist somit ein autopoietisches System: Es erzeugt das, woraus es besteht, mithilfe dessen, woraus es besteht.

Coaching ist also das Ergebnis gemeinsamen Kommunizierens und Reflektierens auf der Basis einer vertrauensvollen Beziehung, die es erlaubt, dass sich alle Beteiligten in eine lernende Haltung begeben. Wer glaubt, dass der Coach im Coaching nicht lernt, verwechselt Coaching mit Expertenberatung.

Sicherlich geben Methoden – gerade den Anfängern – erst einmal Sicherheit. Aber wird die Rolle von Werkzeugen und Methoden in der Coaching-Ausbildung nicht kritisch reflektiert, besteht eine Gefahr darin, dass Tools wirkliches In-Kontakt-Treten ersetzen und zu gemeinsamen Abwehrzwecken missbraucht werden. Eine Überfrachtung mit Methoden vernachlässigt oft die Auseinandersetzung mit der Frage, was es bedeutet, dass der Coach selbst ein zentrales Instrument im Coaching ist. In der Forschung ist seit Langem bekannt und unbestritten, dass die Beziehung der entscheidende Prädikator ist – nicht etwa Methoden, Werkzeuge oder irgendwelche Techniken.

 

2. Eine gute Coaching-Ausbildung muss eine sinnvolle Lernarchitektur beinhalten, die im Ausbildungsverlauf Theorie, Praxis und Transfer verknüpft

Systemisches Coaching ist jedoch mehr als die Unterstützung von Personen und Teams im beruflichen Kontext. Kompetenz im Coaching bedeutet vor allem, berufliche  Beziehungen tragfähig gestalten zu können und Organisationen, die als Systeme in einer dynamischen und offenen Wechselwirkung zu ihrem Umfeld stehen, zu verstehen, sowie entscheidende Impulse für die Entwicklung von Personen, Teams oder Systemen anzustoßen und zu begleiten.

Dass eine Ausbildung zum systemischen Coach Theorie braucht, ist unstrittig. Es braucht aber auch das Lernen am Modell – das Arbeiten mit realen Situationen, in unterschiedlichen Settings, mit mehreren Ausbildern, in einem sicheren Raum, um Beteiligte in kritischen Situationen auffangen zu können. Unterstützen und Loslassen ist deshalb eine entscheidende Aufgabe unserer Ausbilder.  

Schon während der Ausbildung zum systemischen Management Coach werden von den Teilnehmern echte Coaching-Prozesse akquiriert. Nur so kann die Übernahme der neuen Rolle sowie die Etablierung und Behauptung am Coaching-Markt frühzeitig befördert werden.

 

3. Eine gute Coaching-Ausbildung muss klare Bezüge zu anderen Beratungsformaten herstellen

Eine Coaching-Ausbildung, die eine solche Verortung nicht vornimmt, ist kritisch zu betrachten.

Unser Verständnis von Coaching haben wir bereits auf der Startseite transparent zum Ausdruck gebracht. Darüber hinaus haben wir deutlich gemacht, wie eng und wie weit wir den Begriff „Coaching“ fassen und wie dieser im Hinblick auf andere Beratungsformate von uns eingeordnet wird.

Eine Coaching-Ausbildung, die Coaching auf alle Anlässe und Kontexte anwendet – „wer nur den Hammer kennt, für den ist jedes Problem ein Nagel“ (Watzlawick) –, statt eine Indikation beziehungsweise Kontraindikation für unterschiedliche Beratungsformate vorzunehmen, halten wir für besonders problematisch. Ein Coach muss wissen, an welchen Stellen ein Weiterverweis an andere personenzentrierte Beratungsformate oder Therapieformen angebracht ist.

 

4. Eine gute Coaching-Ausbildung muss von erfahrenen Ausbildern durchgeführt und geleitet werden

Dass diejenigen, die eine Ausbildung zum systemischen Coach anbieten, über umfassende Erfahrung verfügen müssen, versteht sich von selbst. Aber welche Erfahrungen sind für Lehr-Coaches besonders relevant?

Unsere Ausbilder verfügen auf der inhaltlichen Ebene nicht nur über langjährige, sondern auch über aktuelle Erfahrung mit unterschiedlichen Zielgruppen und Settings und arbeiten mit einer „ideologischen“ Offenheit gegenüber unterschiedlichen Organisationstypen (Non-Profit, Profit, öffentliche Verwaltung). Die Vielfalt dieser Erfahrungen macht es unseren Ausbilderinnen und Ausbildern möglich, den Teilnehmern das jeweils Typische zu vermitteln. Unsere Ausbilder sind Menschen, die in Möglichkeiten zu denken gewohnt und bereit sind, sich in den Inhalten und der Struktur von den Teilnehmern inspirieren zu lassen, während sie selbst einen soliden Rahmen für den Weg in den Ausbildungserfolg bieten.

Andererseits versprechen wir Ihnen nicht: „Nach der Ausbildung zum systemischen Coach können Sie xyz!“ oder „Sie werden Experte in XYZ sein!“ Solche Versprechungen halten wir für unseriös.

Ein guter Ausbilder kann und muss die Verantwortung dafür übernehmen, was er/sie lehrt, aber kann und darf keine Verantwortung dafür übernehmen, was Sie lernen! Keiner kann garantieren, dass und was Sie lernen und wie gut Sie am Ende der Coaching-Ausbildung darin werden. Darauf haben nur Sie selbst Einfluss! Keiner kann Sie „lernen“ machen.

 

5. Eine gute Coaching-Ausbildung muss Aufnahmevoraussetzungen definieren und die Motivation zur Coaching-Ausbildung systematisch reflektieren

Die Frage ist: Darf eigentlich jeder Coach werden, nur weil er Coach werden will? Was sind die Motive zur Berufswahl Coach? Sind es etwa die eigenen Wünsche nach Partizipation an der Macht der Kundinnen und Kunden? Oder vielmehr der Wunsch, selbst gecoacht zu werden?

Im Rahmen unserer Ausbildung zum Management Coach halten wir es für sinnvoll, nicht nur formale Aufnahmevoraussetzungen zu definieren, sondern ganz nicht-formal und vor Beginn der Coaching-Ausbildung mit Ihnen gemeinsam eine Standortbestimmung vorzunehmen.

Im Rahmen eines Potenzialgespräches wollen wir mit Ihnen die angestrebte Gewichtung der Tätigkeit als Coach im Kontext der eigenen Berufstätigkeit reflektieren. Es macht einen Unterschied, ob ich das Ziel verfolge, Vollzeit-Coach zu werden, oder Coaching als Ergänzung oder zur Professionalisierung der eigenen Profession nutze. Darüber hinaus werden im Potenzialgespräch zwei bis drei Lernvorhaben festgelegt und protokolliert. Das Abschlusskolloquium ist dann zusammen mit dem Potenzial- und Entwicklungsgespräch Bestandteil der Evaluation der Coaching-Ausbildung.

 

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Kontakt 

Stefan Wöhner - Coaching Ausbilder - WIN Wo ist NordenStefan Wöhner
+49 (0)172 – 409 84 23

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